1. Fragen zu Beginn - FAQs
Was bringt’s das ganze?
Im Grunde genommen werden Auslandsaufenthalte sehr gerne von deinem zukünftigen Boss im Lebenslauf gesehen. Sie zeigen, dass du dynamisch und weltoffen bist. Neben Eigenständigkeit und Verlässlichkeit lernst du im Ausland die örtliche Sprache (inklusive Sitten). Heute spricht man gerne vom “Clash of Civilisations” und dem “Verschmelzen von Kulturen”. Bereite dich darauf vor, dass unsere Welt immer mehr Formen des Multikults annimmt. Am schnellsten wirst du dir dessen bewusst, wenn du dich außerhalb des “Suppentellerrands” bewegst.
Der schulische Aspekt ist oft der überzeugendste für die “Finanzierenden” (Eltern, Verwandte, etc.): Immer wieder hört man, dass Sprachreisen einen völlig neuen Zugang zu Sprache und Kultur bieten. Oft gelingt eine unglaubliche Verbesserung im Umgang mit der Sprache, denn man merkt, dass das Erlernen von Fremdsprachen nicht stures Auswendiglernen ist. Nein, ganz im Gegenteil, Sprache ist beweglich, dynamisch, farbenfroh und ohne Zweifel im Alltag sinnvoll zu verwenden.
Lernst du einmal neue Leute kennen, merkst du, dass Deklinationsfehler, leichte Grammatikfehler und Holprigkeiten im Sprachfluss leicht auszumerzen sind. Es wird niemand mitschreiben und dritte Person “s” als “absent” verzeichnen. Wichtig ist, dass du deinen Sprachscharm in einer stressfreien Umgebung ablegen kannst. Natives zeigen dir wie du Wiederholungsfehler bald selbst “heraushörst” und tragen zur Entwicklung deiner Sprachkompetenz bei. 24 Stunden von einer Sprache umgeben zu sein, wird sich als extrem lehrreiche Erfahrung herausstellen.
Sprachreisen sind für alle Schüler geeignet, unabhängig vom Sprachniveau.
Spaß darf man bei dieser Sache natürlich nicht vergessen. Ein neues Land bietet schon für nur wenige Wochen eine willkommene Abwechslung und völlig einzigartige Perspektiven. Deine Weltanschauung wird sich erweitern und neue Horizonte werden sich auftun.
Wohin soll’s gehen?
Bei der Auswahl deiner Destination solltest du einen gewissen Reiz verspüren. Ein mögliches Symptom des akuten Reisefiebers ist in etwa ein erhöhter Herzschlag beim Drehen am Globus. Interesse und ein bisschen Vorwissen über ein Land werden deinen Aufenthalt noch spannender machen.
Kann man die Sprache im Alltag “back at home” auf regulärer Basis verwenden, bleibt der Sprachfluss erhalten. Für Rostflecken rate ich zur Sprachpflege (Schule, Job oder Brieffreunden).
Vielleicht kannst du auf Briefkontakte (pen pale) oder Freunde (Familie oder Bekannte) im Ausland zurückgreifen? Über “-zig” Ecken kann man etwas arrangieren und somit spart man sich die Kosten für die Organisation und Vermittlung.
Wie lange?
In vielen Fällen werden solche Reisen in den Sommermonaten unternommen. Ideal wäre ein Aufenthalt, der in etwa 3-4 Wochen dauert. Die meisten benötigen eine Weile bis sie sich an die neue Umgebung gewöhnt haben (neue Sprache, andere Sitten, etc.). Nach einer Zeit wird es “klick” machen, und du wirst nicht mehr ständig in deinen Gedanken “übersetzen” müssen, sondern dein Englisch/Spanisch/etc. wird fließend von der Zunge rollen.
Man sollte bedenken, dass wenn man schon einmal im Ausland ist, durch ein oder zwei Wochen mehr nicht wirklich relativ gesehen höhere Kosten anfallen, denn meistens ist der Flug die teure Angelegenheit. Den zahlt man ohnehin, egal ob 2 oder 6 Wochen.
Wie werde ich untergebracht?
Gastfamilie: Du wirst bei einer Familie untergebracht, wo du das Alltägliche hautnah miterleben darfst. In den meisten Fällen sind diese Familien sehr offen und kümmern sich sehr herzlich um ihre Gäste. In der Regel sind sie sind sie an dir und deinem Land interessiert. Oft haben “host parents” Kinder in deinem Alter. Freunde finden sich so am schnellstem! Den Lebensstil (in Amerika “The American Way Of Life”, so kitschig es klingen mag) erfährst du bei dieser Art zu reisen am direktesten Weg. Ähnlich wie bei au pairs kannst du deine Hilfe im Haushalt anbieten; so integrierst du dich besser.
In der letzten Zeit häufen sich Berichte über negative Erfahrungen mit Gastfamilien. Bei der Wahl der Organisation darauf achten, dass die “hosts” nicht Massenabfertigung betreiben, also nicht mehr als 2-3 Gäste bei sich aufnehmen dürfen.
Au Pair: Für Mädels (was für ein Sexismus gegenüber Burschen) ideal, wenn sie Kinder umgehen können. Pluspunkt: meistens bezahlt und auch direkt im Familienleben drinnen. Du bist ein gleichwertiges Familienmitglied dem Aufgaben zugeordnet werden. Du bist kein Diener und “Mädchen für alles”. Was deine genauen Aufgabenbereiche sind, solltest du im Voraus klären.
Sprachschule und Universität: Bist du schon aus dem Alter und würdest dich unwohl bei einer Familie fühlen? Organisationen bieten auch typische Studentenwohnungen (dorm rooms) an. Nachteil: Bist du nicht so offen und gehst auf Fremde zu, dann könnte dir der Anschluss besonders in den ersten Tagen fehlen. Überwindung ist hier das Stichwort!
Camp oder Hotelanlage für Sprachkurse: Diese Art von Sprachkursen bietet sich für eine größere Gruppe von Freunden an, die etwas im Sommer unternehmen wollen. Termine: meist während den Schulferien (Ostern und Juli-August).
Work and Travel: Arbeit und Reise können dadurch verbunden werden. Achte hier auf die Mindestvoraussetzungen wie finanziellen Anforderungen (Arbeitsvisa kosten eine Menge Geld, Australien zum Beispiel ca. EUR 3000) und vergiss nicht, dass viele Organisationen, diese Art des Reisens/Arbeitens für junge Erwachsene (meistens ab 18 Jahren) vermitteln. Gute Englischkenntnisse werden im Vorhinein verlangt. Für die Unterkunft muss man in manchen Fällen selbst aufkommen (finanzielle Belastung sondergleichen).
Es gibt natürlich noch weitere Möglichkeiten. Lese im Organisationsverzeichnis direkte Empfehlungen von Leuten, die schon einmal eine Auslandsreise gemacht haben. Wie du untergebracht wirst, hängt vom Angebot der Organisation ab.
Was, wenn ich Freunde mitnehmen will?
Beachte, wenn du mit Freunden verreist und 24 Stunden am Tag von Deutschsprachigen umgeben ist, dass dabei die Chance, deine Sprachkenntnisse zu verbessern, mit Sicherheit leidet. Hört dein bester Freund/beste Freundin die ganze Zeit zu, dann wirst du dich nicht trauen mit der Sprache zu experimentieren und über deinen Schatten zu springen. Glaub’ mir, das gibt es (passiert übrigens den Besten), wenn du dir unsicher in der Fremdsprache bist. Anfangs zu mindest. ;-)
Gleichgültig welche Art des Auflandaufenthaltes du wählst, bedenke, dass du zum besten Ergebnis kommst, wenn du alleine umringt von “natives” bist.
Meine ultimative Empfehlung daher ist, bei einer Gastfamilie alleine untergebracht zu werden. Solltest du dennoch gerne Freunde mitnehmen, dann bitte die Organisation (die besseren Organisationen bieten das an) deine Freunde in der Nähe unterzubringen. Zum Bowlen oder Pool Spielen kann man sich dennoch treffen. So erweitert man seinen Freundeskreis im Nu.
Wichtig ist, dass du mit deinen (deutschsprachigen) Freunden vor den “natives” nicht die ganze Zeit Deutsch sprichst, denn das könnte nicht so gut ankommen und unhöflich erscheinen. Sprechen deine ausländischen Freunde eure Muttersprache, ist das eine andere Sache. Stichwort “gegenseitiges Lernen durch Austausch”. Wenn es auch nur die gängigen Schimpfwörter und Anmachsprüche sind.
Weiterlesen: Vor dem Reiseantritt - Ready? Set? Go!

Pictures used in this entry: Monument to Multiculturalism by Addicted Eyes (license), Palm Trees by dimfeld (license)
