2. Vor Reiseantritt - Ready? Set? Go!
Bevor dein aufregender Erlebnistrip losgehen kann, muss noch einiges organisiert und entschieden werden. Wie werde ich untergebracht? Wie erreiche ich mein Ziel?
Organisationen
Welche Organisation es schlussendlich wird, liegt in deinen Händen. Mehr Infos zu Organisationen findest du in dieser Auflistung von Organisationen. Da es immer wieder schwarze Schafe unter den Anbietern gibt, sollte man hier nicht am falschen Ende sparen, das sei schon einmal gesagt.
Bewerbung
Manche Sprachveranstalter verlangen eine Bewerbung in schriftlicher Form (eine Bewerbung oder Motivationsschreiben — warum du das machen willst — und eine Vorstellung deiner Person und Interessen). Kurz gesagt, schreibe einfach über dich und dein Leben. Du erleichterst somit die Auswahl der Gastfamilie, die dir dann schlussendlich zugewiesen wird. Vielleicht kannst du hierbei deinen Wunsch nach Geschwister deines Alters äußern oder erwähnen, dass du unbedingt ein Baseballmatch der San Francisco Giants (nur ein Beispiel) sehen willst. Organisationen suchen immer nach dem perfect match: Übereinstimmung in Hobbies und Interessen der Gastfamilie und der Bewerber.
Hier findest du meinen Bewerbungsbrief (im PDF Format) für einen Gastfamilienaufenthalt im Sommer 2006. Er möge als Vorlage dienen.
Motivation
Bist auch wirklich du daran interessiert, ins Ausland zu gehen, um deine Sprachkenntnisse auf Vordermann zu bringen, oder wirst du von deinen Eltern in ein Land geschifft, das du gar nicht ausstehen kannst? Sollte das letztere der Fall sein, ist vom Sommer/Semester im Ausland abzuraten. Schad’ um’s Geld, denn die Motivation muss vorhanden sein, um erkennbaren Fortschritt zu garantieren.
Flug & Buchung
Frühbucherbonus abzukassieren ist natürlich the way to go! Ergo, so früh wie möglich buchen. Die Sommermonate sind sehr teuer und Flüge sind schnell vergriffen (vor allem in den Süden und die USA). Die Organisationen schlagen oft Flüge vor, was nicht heißt, dass du dich umhören solltest, wie viel so ein Flug kosten darf.
Bei der Buchung beachten, dass genug Zeit für den Transfer von Terminal X zu Terminal Y zur Verfügung steht. Gewitter oder Schneestürme können das Starten/Landen des Flugzeuges verzögern oder Sicherheitsvorkehrungen den Security-Check verlängern. Außerdem wirst du erstaunt sein, wenn du einmal auf einem Flughafen mit der 10-fache Größe von Schwechat bist. Das soll dir aber keine Angst einjagen, jeder findet sich zurecht und Hilfe findet man an jeder Ecke!
Bist du noch nie alleine geflogen und auf einem Flughafen zwischen Terminals umgestiegen, dann lies den Reiseguide: Die Anreise selbst — On The Go.
Folgendes ist wichtig bei Flügen mit Zwischenstops: Wenn du mit derselben Fluglinie oder eine Partnerfluglinie (Beispiel: bei der Austrian Airlines sind die Partner in der Star Alliance zusammengefasst) fliegst, dann ist dein Gepäck durchgecheckt, das soll heißen, dass du dich beim Umsteigen nicht mehr um dein Gepäck kümmern musst. Vielleicht schon beim Buchen beachten, welche Fluglinie den Flug führt. Beim Check-in erfährst du ob dein Gepäck “durchgecheckt” ist oder nicht.
Wenn du vor diesem Thema “Respekt” hast. Keine Angst, noch mehr Informationen zum Umsteigen findest du auf der Homepage und der Serviceline deiner Fluglinie.
Andere Verkehrsmittel zur An-/Abreise
Je nach Distanz solltest du das billigste und, vor allem bei kurzem Aufenthalt, schnellste Verkehrsmittel verwenden, damit die An- und Abreise nicht unnötige Zeit verschlingt. Manchmal ist auch noch die Überwindung des Jetlags (aufgrund von Zeitumstellung) miteinzuberechnen.
Finanzielles & Versicherungen
Money Matters - Geld spielt bei deiner Reise eine wichtige Rolle. Auf einem Bankinstitut kannst du die Währung des besuchten Landes mit einem gewissen Spesensatz umtauschen. Mache so etwas nie am Flughafen. Solche Umtauschstände (change booth oder auch exchange booth genannt) reiben sich die Hände, weil sie auf dich warten und beim Umtausch exorbitante Spesen verlangen. Im Notfall kannst du diese Art des Umtauschs in Anspruch nehmen, doch unnötige rote Zahlen am Konto lassen sich bei vorausschauender Planung leicht vermeiden.
Pro Woche benötigt man in den USA ca. 150 Dollar, wenn man wirklich aktiv ist (bei drei bis vier Wochen). Bei längeren Aufenthalten (Semester im Ausland) sind die Kosten (pro Woche) natürlich nicht so hoch. Doch bei kürzeren Reisen will man viel Programm in wenig Zeit unterbringen. Aktivitäten “verschlingen” Geld, das es aber auf jeden Fall wert ist: Eintrittskarten in Museen, Vergnügungsparks (theme parks), Shopping (bei diesem Dollar-Euro-Kurs konnte auch ich nicht widerstehen), Segeln, Surfen (Unterricht), Rent a Car/Bike/etc. , Liegestuhlkosten am Strand…
Bankomat
Willst du im Ausland Geld in der Landeswährung abheben, dann empfiehlt sich die Verwendung von deiner Bankomatkarte (meine Volksbank Aktivcard funktioniert). Überprüfe ob dein Jugendkonto auch die weltweite Behebung unterstützt. Auch hier fallen Spesen an, deswegen solltest du nur größere Beträge (150$ statt dreimal 50$) auf einmal abheben.
Kreditkarten
Kreditkarten sind meines Erachtens die beste Lösung für money matters, weil bargeldloses Bezahlen durch Mastercard, Visa & Co problemlos abläuft. Jedes größere Restaurant und jede noch so versteckte Boutique in einer Großstadt akzeptieren Kreditkarten (Visa und Mastercard sind am meistverbreitesten). Welche du dabei aussuchst ist irrelevant. Ich habe eine Mastercard Gold, da ich damit auch eine sehr gute Reiseversicherung (die du unbedingt abschließen solltest) erhalten habe.
Sollten deine Eltern selbst schon eine Kreditkarte haben, dann kann man so genannte Sub-Cards anmelden, die für eine bestimmte Zeit gültig sind. Inwiefern hier auch eine allumfassende Reiseversicherung abgeschlossen wird, solltest du im Bankinstitut selbst nachfragen.
Außerdem gibt es noch eine Guthaben-Kreditkarten-Lösung. Diese Prepaidkarte wird vor dem Antritt der Reise aufgeladen. Bei Guthaben-Kreditkarten wird ganz schön abgezockt! Überprüfe hier die anfallenden Spesen!
Die beste Lösung in meinem Fall war, einfach eine eigenständige Karte anzumelden, da dabei die beste Versicherung dabei war und keine Spesen anfallen (bei direkter Bezahlung).
Bei Bargeldbehebung mit Kreditkarte (und Verwendung eines PIN-Codes) ergeben sich höhere Spesen als mit einer Bankomatkarte angeboten.
Wichtig: Zur Kreditkarte immer einen gültigen Ausweis bereithalten, denn von gewissenhaften Verkäufern kommt häufig die Frage “Can I see some ID?”. Dann zückst du deinen Ausweis, sie stellen klar, dass wirklich DU der Inhaber bist und eine bargeldlose Bezahlung erfolgt problemlos. Beachte, dass eine Kreditkarte eigentlich Bargeld ist. Pass d’rauf auf!
Die Bezahlungsprozedur erfolgt schnell und vor allem schmerzlos - leider, leider. Um um bösen Überraschungen und exorbitanten Rechnungen aus dem Weg zu gehen, behalte stets Überblick über bereits Bezahltes: Rechnungen sammeln oder auf eine Zettel in der Geldbörse notieren. Ist überhaupt nicht umständlich, weil du ja sowieso unterschreiben musst: “Mister XYZ, would you please sign here.” - “Of course, thank you!”
Reiseversicherung und Krankenversicherung
Reiseversicherungen abzuschließen ist im Grunde genommen eine gute Idee. Was deine Reiseversicherung nun deckt, solltest du unbedingt im Voraus checken, damit du dir lästigen Papierkram nach einem Umfall/Knochenbruch/… sparst. Krankversicherung nicht vergessen, diese sind vor allem in den USA besonders wichtig!
Wie oben erwähnt, bieten Firmen Kreditkarten samt Reiseversicherungen an.
Visum erforderlich?
Reist man in der EU, ergibt sich diese Frage.
Reist man in die USA, kann ich die Seite der US Embassy in Wien (USA VISA WAIVER PROGRAM) empfehlen. Dort findet man die Infos über die Einreise.
In kurze Worte gefasst: Man füllt einen Fragebogen (grünes Formular) aus, gibt an wo man sich aufhält und legt die Zollerklärung ab (apropos Zoll: Informiere dich was man in das Land importieren darf und was nicht). Erschrecke nicht, wenn man Fingerabdrücke und ein Foto von dir nimmt. Dieses grüne Formular wird abgestempelt und ein Abriss wird in den Reisepass geheftet.
Findet man sich nicht zurecht beim Ausfüllen der Formulare, helfen die Flugbegleiter, denn diese werden bereits im Flugzeug ausgeteilt.
Es handelt sich in den USA um eine visumsfreie Einreise, wenn du aus den auf der Seite angegeben Ländern stammst. Als Österreicher und Deutscher ist das kein Problem.
Mitbringsel & Gastgeschenke
Falls du zu einer Gastfamilie kommst, solltest du dir vielleicht originelle Gastgeschenke überlegen. Du kommst nun in ein fremdes Land und wirst sehen, dass dort vieles anders im direkten Vergleich mit deiner Heimat ist. Am besten ist es, wenn du dein Heimatland ein bisschen vorstellst. Bereite vielleicht einen kleinen Folder vor (in der örtlichen Sprache), in dem du dein Land präsentierst.
Dazu kannst du noch Produkte, die typisch für deine Region sind, deinen neuen Freunden/Gastfamilie schenken: Haribo, Schokolade, Kürbiskernöl, Marmelade. Weine mitzunehmen liegt bei vielen österreichischen Gegenden auf der Hand, doch stelle sicher, dass der Transport dieser Produkte für dich auch legal ist. In den USA ist der Besitz von Alkohol erst ab 21 Jahren erlaubt.
Filme oder Musiksammlungen (CDs, Konzert-DVDs, etc.) aus der Heimat sind sehr beliebte Gastgeschenke. Tipp: Als Österreicher kannst du den Film “The Sound Of Music” mitbringen. Man sollte ja eigentlich Clichés vermeiden, doch bei diesem überkitschigen Film machen wir eine Ausnahme. Kein Wunder, dass dieser in den Staat weitaus beliebter ist als in Österreich. Hört jemand, dass du Österreicher bist, könntest du durchaus gebeten werden, “The Hills Are Alive” anzustimmen.
Grundsätzlich zählt der materielle Wert nicht. Es ist viel mehr eine äußerst nette und charmante Geste etwas mitzunehmen und ein paar Worte über das Heimatland zu verlieren. Und schon hat man etwas zu besprechen und das Eis ist nach wenigen Momenten gebrochen.
Ich persönlich habe einen Folder (zwei A4 Seiten) über Österreich gebastelt. Klicke auf das Bild auf der Seite um eine größere Version zu sehen. Falls du auch so etwas gestalten willst, dann kontaktiere mich unter
. Ich kann dir meinen als Vorlage schicken und vielleicht Tipps geben.
Infos über Destination
Es liegt wohl auf der Hand, dass es empfehlenswert ist, sich über die Destination (die Stadt und das Land) zu informieren. Über Geographie, Politik, und das Land im Allgemeinen kannst du in Reiseführern und dem Internet lesen. Das Browsen auf Wikipedia ist dabei sicherlich hilfreich. Außerdem können Erfahrungsberichte einen tiefen Einblick in das tägliche Leben geben. Kulturelle Missverständnisse und unangenehme Situationen können so verhindert werden, obwohl der Unterschied der aufeinander treffenden Kulturen nicht peinlich oder einschüchternd sein sollte. Mehr über die Überwindung des Kulturschocks und Verhaltensregeln: Dein Aufenthalt - Your Stay Abroad.
Sonstiges
Wenn du deinen Rucksack packst, vergiss nicht auf einen gültigen Ausweis und deinen Reisepass (klar, brauchst du auch in der EU übrigens). Du benötigst für deine Kreditkarte oder bei vergünstigten Eintritten in ein Museen eine ID (vorzugsweise ein Lichtbildausweis).
Es kann auch vorkommen, dass wenn du dich abends wo herumtreibst mit Freunden, die Polizei nach einer ID fragt. Achte darauf, dass du das Haus im Ausland nie ohne Ausweis verlässt. Deinen Reisepass würde ich nicht als ID herumtragen, ohne den bist du nämlich ziemlich aufgeschmissen.
Schülerausweise, Busausweise und sogar mein alter Windsurfschein ging durch (ÖBB Vorteilscard ist ideal, hätte ich das nur beim ersten Mal gewusst!)
Weiterlesen: Organisationen & Empfehlungen - Which one to pick?

Credit for pictures: Colorful envelopes by szeretlek_ma (license)
Links in this page: US Embassy Vienna USA Visa Wiaver Program (http://vienna.usembassy.gov/de/embassy/cons/niv_waiver.htm)
