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5. Dein Aufenthalt - Your Stay Abroad

Bist du einmal auf ausländischen Boden gelandet, gilt folgende Verhaltensregel: Relax, have fun and enjoy. Vielleicht noch ein paar Tipps, die deinen Aufenthalt unvergesslich machen könnten…

Empfang am Flughafen

Der Empfang am Flughafen ist finde ich bei Gastfamilien sehr wichtig. Obwohl vielleicht die ersten Momente etwas ungewöhnlich erscheinen können, verbindet schon der erste Kontakt und das gegenseitige Beschnuppern kann losgehen. Hast du die Möglichkeit mit deiner Gastfamilie oder deiner Empfangsperson im Voraus Bilder auszutauschen, erleichterst du den Empfang. Wartet ein Chauffeur auf dich, hält er eine Tafel, auf der dein Namen samt Organisation geschrieben ist.

Ich wurde mit folgendem Schild empfangen: “Philipp, welcome to sunny California!”

Road Trips & Co

Ausflüge, die dann unternommen werden, sollten sehr gut im Voraus geplant werden. Reiseführer und spezifischere Seiten im Internet haben gute Ratschläge parat für Ausflüge. Carpe Diem ist hier der Grundsatz. Ist man mit Freunden oder der Gastfamilie unterwegs sollte auch geklärt werden wie man von Punkt A nach B kommt. Dabei wären wir schon beim nächsten Punkt.

Transport

Die meisten Austauschschüler haben kaum den Führerschein. Wenn du stolzer Besitzer des Führerscheins bist, dann erkundige bei deinem Autoclub, ob der Führerschein im Ausland auch zugelassen und akzeptiert wird.

Größere Distanzen können aufgrund der eingeschränkten Mobilität leicht zum Problem werden. Hier gilt die Verwendung der öffentlichen Verkehrsmittel als ultimative Lösung. In den USA ist das public transport System nicht so fortgeschritten und ausgereift wie auf europäischem Terrain. In Ländern, wo public transport “bildlich” klein geschrieben wird, ist man auf ein Auto angewiesen. Die Gegend rund um LA ist ohne Auto nicht zu erkunden, da die Distanzen für Rad und zu Fuß viel zu groß sind. Städte, wie New York und San Francisco, gelten als moderne Städte, was das öffentliche Verkehrsangebot betrifft. London (seit 1863), Paris oder Moskau, bekannt für ein ausgesprochen gutes U-Bahnnetz, sollte das Vorbild vieler amerikanischer Städte sein. Auf dieser Homepage werden die besten 11 U-Bahnnetze vorgestellt; New York nimmt den 7. Platz ein und ist unter den 11 als einzige amerikanische Großstadt vertreten.Mehr Infos zur Verwendung des Führerscheins: Hast du den Führerschein schon, bist du EU-weit berechtigt ein Fahrzeug deiner Führerscheinklasse zu lenken (bei L17 nach einem Jahr der Ausstellung). Eine Übersetzung für die Berechtigung in den USA ist empfehlenswert, aber nicht notwendig. Melde dich bei deinem Autoclub für mehr Informationen über dieses Thema.

Kulturschock

Nachdem du den Kulturschock (Wikipedia) überwunden hast, genießt du deine aufregende Zeit im Ausland. Zum Kulturschock gibt’s ja einiges zu erzählen. Ja, Autos können auf der anderen Seite fahren (das hat mich am meisten geschreckt in GB) und in Kalifornien darf man bei einer roten Ampel rechts abbiegen, wenn niemand im Querverkehr von links kommt. Das Essen, die Manieren und das Verhalten in der Öffentlichkeit (offenherziger in südlicheren Ländern) können einen Mitteleuropäer schon mal erschrecken oder in eine unangenehme Situation bringen. Bedenke, dass ein Teil deiner Reise dem Zwecke der “Kulturerweiterung” dient. Hier gilt es tolerant zu sein.

Hier muss ich eine kurze Episode aus den Abenteuern meines zweiten Aufenthaltes in Kalifornien erzählen. Wir waren in einem water park (Freibad, Strandbad mit vielen Rutschen) und haben einen zweiten Austauschschüler getroffen. In Europa ist es Gang und Gebe, sich im Freibad umzuziehen mit einem Handtuch um die Hüfte gewickelt. Kein Problem, oder? In Amerika sieht man die Dinge jedoch anders. Wir haben gelacht. Also, hiermit beende ich den Exkurs über das Umziehen im Freibad.

Mein Punkt ist, dass man solche Situationen nicht unbedingt vermeiden muss, es ist ja auch witzig so etwas zu erleben darüber des Öfteren zu lachen. Die Unterschiede sind von Land zu Land verschieden. Anderes Land. Andere Sitten.

In Amerika gibt es einige Verhaltensregeln, die mit der Zeit durchaus auffallen…

Nach dem Konsum in einem Restaurant wird nicht so wie in Österreich (und auch anderen europäischen Ländern) stundenlange geplaudert und dann einmal bezahlt. In den USA ist das nicht üblich, denn man “versitzt” quasi den Platz für die nachkommenden Gäste. Das wird logischerweise von den Restaurantbetreibern ungern gesehen, wenn es vor der Tür noch weitere Gäste warten.

Trinkgeld (tip) für den Kellner (waiter/waitress) beträgt in den USA ca. 10-15% der Gesamtrechnung. In einem Restaurant wird pro Tisch abgerechnet, also wenn du mit Freunden unterwegs bist, übernimmt jemand die Rechnung und bekommt das Geld anschließend zurück. Europäer werden eher als weniger “trinkgeldspendabel” bezeichnet. Hier eine Liste (Wikipedia), wo genau angeführt wird, wo wie viel Trinkgeld üblich ist.

Apropos Restaurant: Bestellst du dir ein Getränk (Pepsi, Cola, Dr. Pepper, Limonade,…) erhältst du in 19/20 Fällen einen gratis refill (also füllen sie dir das auf - ohne mehr zu verrechnen). Viele Amerikanische Austauschstudenten fällt gerne mal die Lade runter, weil sie für die Anzahl der Colas, die sie konsumiert haben, auch wirklich zahlen müssen. Das macht den Gasthausbesuch in Österreich um Welten teurer. In Amerika zahlt man nicht mehr als 3 Dollar (2 Euro) für ein Getränk mit free refills.

Zum Schnäuzen geht man im Extremfall (wenn man besonders höflich sein will) auf der anderen Seite des großen Teichs auf die Toilette: refresh one’s self.

Sonstiges

Unabhängig von deiner Unterkunft: Bargeld solltest du nach der Ankunft vor Ort in einem Safe versperren. Nichts ist unangenehmer als mit 300 Dollar in der Geldbörse herumzulaufen. Falls du keine Möglichkeit hast, das Geld in einen Safe zu geben, dann solltest du das beim Wechseln vor dem Reiseantritt beachten (Verwendung von Bargeld, Kreditkarte und Bankomatkarte ist in Vor Reiseantritt - Ready? Set? Go! erklärt)

Bei der Beantwortung von Standardfragen (über deine schulische Zukunft, dein Heimatland und sonstigen immer wieder aufkommenden Themen) könntest du dir mit der Zeit eine Kassette mit Antworten aufnehmen, jedoch solltest du immer höflich bleiben. Wenn du kreativ bist, lernst du die Standardfragen auf viele verschiedene Arten (anderes Vokabular - andere Formulierung) zu beantworten. Also. Immer das positive daran sehen, auch wenn die Assoziation mit “oh land of the kangaroo” und Austria/Australia im non-europäischen Ausland eine never-ending story ist. “Selbiges gilt für: Austria?” - “You mean Germany, right?”

Von Standardfragen ist es nicht mehr weit zu Clichés. Du wirst merken, dass du mit Clichés konfrontiert wirst (über dein Land, deine Nationalität usw.) und auch du, obwohl du es versuchst zu vermeiden, mit Vorurteilen ins Land kommst. Vermeide jedoch überladen mit Vorurteilen deine Reise anzutreten, denn so könntest du enttäuscht werden oder jemanden unabsichtlich beleidigen. Hier ein Beispiel: Alle Amerikaner leben in Villen und haben ein Pool. Nicht jeder Amerikaner hat eine Villa mit Pool im Garten. Clichés über US-Highschools scheinen jedoch mehr als einen wahren Kern zu haben.

Hobbies der US-Jugendlichen unterscheiden sich von denen der österreichischen Jugend. Viele Aktivitäten, wie Fortgehen (clubbing) oder langes Ausbleiben in einem Café, sind schlichtweg in anderen Ländern nicht so freizügig erlaubt, zu mindest für Minderjährige. Ob das gut oder schlecht wollen wir hier ausnahmsweise nicht diskutieren. Hier gibt es andere Hobbies, die durchaus lustige Stunden versprechen: Shopping, Videospiele und Dirt-Bike fahren (hardcore-Americans stehen sich’s auf power und benzinschluckende Spielzeuge).

Sportliche Aktivitäten laufen oft über die Organisation der High School. Es gibt in den USA kaum Jugend-Fußballclubs, weil die besten Fußballspieler lieber in den High Schools spielen, da sie dort große Chancen haben, ein lukratives Stipendium für das College zu erhalten.

Weiterlesen: Abreise - Übergepäck?

Pictures used in this entry: Traffic in LA by ‘SeraphimC (license), American Flag by lynnieb (license), T-Shirt saying “There are no kangaroos in Austria” by thenerdsangle (license)